• So, 8. Juli 2018, 10:22 Uhr

Präsentationen von drei ausgewählten Technikerprojekten vermitteln Einblicke in die Weiterbildung an der Fachschule

Auch in diesem Jahr demonstrierte die Göppinger Fachschule für Technik am 29. Juni die Qualität ihres Weiterbildungsangebots und die gute Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region im Rahmen der öffentlichen Präsentation ausgewählter Technikerprojekte. Drei von insgesamt 37 Projekten, die von den angehenden staatlich geprüften Technikern in der betrieblichen Praxis bearbeitet worden waren, wurden einem interessierten Publikum vorgestellt.

Das erste Projekt, das Fabian Borgia und Tobias Kurz präsentierten, wurde von den beiden Elektrotechnikern bei der Heldele GmbH in Salach durchgeführt. Es nahm das Thema „Energiemonitoring für kleine und mittlere Unternehmen“ in den Fokus. Energiemonitoring gewinnt zunehmend an Bedeutung, vor allem auch für Unternehmen. Es beinhaltet die Analyse von Energiedaten wie Verbrauch, Lastspitzen oder Netzqualität und deren kontinuierliche Überwachung sowie die Regelung aller relevanten Prozesse während des laufenden Betriebs. Sowohl die Erkennung von Einsparpotenzialen als auch Sicherheitsaspekte spielen hier eine Rolle.

Das Projekt der Technikerschüler Borgia und Kurz sollte dazu dienen, für eine Energiemonitoring-Lösung zum Preis von maximal 1.000 EUR sowohl die Hard- als auch Software auszuwählen und auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Als Ergebnis ihrer Arbeit konnten sie dann schließlich nicht nur eine passende Lösung präsentieren, sondern auch noch zeigen, welche weiteren Nutzungsvarianten das Konzept z.B. mittels eines Web-Zugriffs zukünftig noch bietet.

T. Kurz und F. Borgia bei der Einführung in ihr Projekt

Das Projekt der zweiten Präsentation wurde bei der Göppinger Schuler Pressen GmbH von Machinentechnikerschüler David Reisch durchgeführt: „Erstellung einer Prozessbeschreibung zur CAD-Konstruktion und Fertigung von Kunststoffbauteilen mithilfe eines Fused Deposition Modeling 3D-Druckers“. Zwar eignet sich  der 3D-Druck als Fertigungsverfahren gegenwärtig noch nicht, um Schuler-Pressen oder Teile für diese herzustellen, aber die Schuler GmbH möchte, dass insbesondere ihre Mitarbeiter in der Konstruktionsabteilung bei dieser Technologie „up-to-date“ bleiben und zukünftig Einsatzmöglichkeiten prüfen sowie gegebenenfalls 3D-Druck auch zur Anwendung bringen.

D. Reisch erläutert den Ablauf des 3D-Druck-Verfahrens

Hier setzte Reischs Arbeit an, indem er mit einer Prozessbeschreibung für den eigentlichen 3D-gerechten Konstruktionsprozess, aber auch für die Umsetzung mit entsprechender Software am 3D-Drucker und die Nachbearbeitung, das so genannte „Post-Processing“, die erforderliche Grundlagenarbeit leistete. Diese machte er dann unter anderem in Form von Video-Tutorials für die Schuler-Mitarbeiter nutzbar.

Abgerundet wurde das Themenspektrum der öffentlichen Präsentationen durch die Präsentation von Felix Melzer zu seinem Projekt „Ausräumen von Stanzteilen und Stanzabfällen aus einer Feinschneidpresse“. Dieses hatte er bei der Saxonia Umformtechnik GmbH in Göppingen durchgeführt. Ziel von Melzers Projekt war die Optimierung des Ausräumens von Stanzteilen, die von einer Presse im Verfahren des Feinschneidens hergestellt werden. Bislang wurden die Teile und Stanzabfälle mittels Druckluft aus dem in der Presse montierten Werkzeug herausbefördert. Dies führte aber u.a. zu Fehlern, Belastungen durch Ölnebel sowie eine Beschränkung der Hubzahl und damit der Ausbringung der Presse.

 

F. Melzer demonstriert das Ausräumen mit der von ihm entwickelten Vorrichtung

Somit war eine findige Lösung gefordert, die der angehende Maschinentechniker schließlich auch fand. Mit schwäbischer Bescheidenheit kommentierte er die mit seiner Konstruktion erreichte Verdopplung der Ausbringungsmenge des Werkzeugs am Ende beiläufig mit den Worten: „Das haben wir auch noch geschafft.“

Dass nicht alle der 37 Projekte im Rahmen der öffentlichen Präsentation hätten gezeigt werden können, lag nicht daran, dass sie nicht „gut genug“ gewesen wären. Auch in diesem Jahren gab es wieder Projekte, die aufgrund ihres Innovationspotenzials und ihrer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit von vorn herein von den betreuenden Unternehmen von einer möglichen öffentlichen Präsentation ausgeschlossen worden waren (Sperrvermerk).

Abteilungsleiter Ulf Immelnkämper dankte abschließend den Unternehmen innerhalb und jenseits der Landkreis-Grenzen, die auch in diesem Jahr wieder auf eine Zusammenarbeit mit der Göppinger Technikerschule und ihren Schülern gesetzt und Technikerprojekte vergeben hatten. Und für manche Technikerschüler war das Projekt nicht nur eine notwendige Prüfungsleistung zum Abschluss ihrer Weiterbildung, sondern auch eine „Arbeitprobe“ und Referenz: Nicht wenige erhielten von den sie betreuenden Unternehmen außer der Anerkennung auch ein Stellenangebot.