• Di, 7. Januar 2020, 20:50 Uhr

Da wurde es plötzlich mucksmäuschenstill. Soeben war den 24 Meisterschülern der Vorbereitungsklasse der Gewerblichen Schule Göppingen erläutert worden, dass vermutlich keine der mindestens 7000 in diesem Jahr von WERU hergestellten Aluminium-Eingangstüren ein zweites Mal gebaut wurde. Zwar unterschieden sich manche Türen nur durch Kleinigkeiten, wie z.B. die Farbe. Es blieben aber immerhin noch so viele Varianten übrig, als dass bei den Türen nicht von einem sich wiederholenden und leicht zu beherrschenden Produkt gesprochen werden könnte. Und dann gibt es in Rudersberg noch Hebe-Schiebe-Türen und Kunststofftüren …
Diese Vielfalt in einer für den Kunden akzeptablen Zeit durch die Fertigung zu bringen, bedarf eines perfekten Zusammenspiels zwischen Auftragsabwicklung, Disposition, Arbeits-vorbereitung und der Fertigung sowie einem straffen Zeitmanagement während der Endmontage.
Um dieses schwierige Unterfangen etwas näher kennenzulernen und zugleich einen Einblick in das Berufsbild des Meisters zu bekommen, wurden von der Weru-Fertigungsleitung und der Gewerblichen Schule Göppingen neue Wege beschritten und kurzerhand zwei Tage im November und Dezember 2019 in das Weru-Stammwerk nach Rudersberg bei Schorndorf verlegt. Weg von der Schulbank, mit der die angehenden Handwerksmeister ohnehin etwas fremdeln, und hinein in die vertraute Praxis – das war so ganz nach deren Geschmack. Damit es nicht nur beim Anschauen blieb, hörten die 24 jungen Männer Einführungsvorträge von Weru-Mitarbeitern zum ERP-System und zur Arbeitsvorbereitung. Sie bekamen Arbeitsaufträge, hatten Abläufe zu beschreiben und kritische Punkte im Montageablauf zu identifizieren u.a.
Schnell zeigte sich, dass der Türen- und Fensterbau viel Know-how erfordert und der Wettbewerb, insbesondere aus Osteuropa, nicht untätig ist. Wie so viele Firmen im Hochlohnland Deutschland steht auch Weru unter ständigen Kostendruck und kann sich nur durch ständige Innovationen und typisch schwäbische Schaffer-Mentalität behaupten.
Dem außenstehenden Beobachter wurde auch klar: Hier begegnen sich Weru-Mitarbeiter und angehende Handwerksmeister auf Augenhöhe. Es gab viele Möglichkeiten zu kollegialen Gesprächen und Austausch. Werkleiter Enzensberger nahm trotz stressigem Jahresendgeschäft eine Mehrfachbelastung für sich und sein Team in Kauf, bot den angehenden Handwerksmeistern mit den beiden Tagen somit nicht nur Wissenszuwachs sondern auch eine bleibende Erinnerung.
An der Gewerblichen Schule in Göppingen hofft man nun, dass aus diesem Pilotprojekt eine dauerhafte Einrichtung wird und vielleicht der eine oder andere Absolvent der Schule eine berufliche Zukunft in Rudersberg findet.

Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Benutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Informationen darüber, wie wir Cookies verwenden, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Benutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Informationen darüber, wie wir Cookies verwenden, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Schließen